Update – Künstliche Intelligenz und Digitalisierung in der Patientenversorgung mit Labor


Mitte Mai hat das Bundesministerium für Gesundheit den Referentenentwurf eines Gesetzes für eine bessere Versorgung durch Digitalisierung und Innovation, das Digitale-Versorgungs-Gesetz (DGV) auf den Weg gebracht. Ziel ist es, digitale Gesundheitsanwendungen zügig in die Versorgung zu bringen, um die Versorgung der Versicherten zu verbessern.

DR. MED MICHAEL MÜLLER

Beim Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit 2019, der unter dem Motto „Gesundheitspolitik, Gesundheitsversorgung, Gesundheitsberufe in Zeiten des digitalen Wandels“ stand, wurde ebenfalls sehr intensiv zu den Möglichkeiten und Chancen, aber auch zu den damit verbundenen Risiken diskutiert.

Kernstück der Diskussion ist dabei die elektronische Patientenakte (ePA), die auf Wunsch des Versicherten dessen Gesundheitsdaten enthält und bis zum 01. Januar 2021 verbindlich von den Krankenkassen zur Verfügung gestellt werden soll. Der Versicherte wird dann entscheiden können, welche Daten in seiner elektronischen Patientenakte gespeichert sind und wer darauf Zugriff haben soll. Es ist außerdem vorgesehen, dass auch vom Versicherten selbst Daten gespeichert werden können.

Ziel des Gesetzgebers ist es, die digitalen Möglichkeiten und Chancen auch im Gesundheitswesen für Versicherte und Patienten nutzbar zu machen, um die Patientenversorgung insgesamt zu verbessern. Es ist hilfreich für die Diagnosefindung und Therapieentscheidung, wenn die Daten von Patienten einfacher zugänglich sind. Entscheidungen können so leichter getroffen und darüber hinaus unnötige Doppeluntersuchungen vermieden werden.

So sind wir es schon heute in manchen Krankenhäusern gewohnt, dass nahezu papierlos gearbeitet wird. Bilder vom Röntgen, CT, MRT und Ultraschall, Diagnosen und Befunde, Therapiepläne, Dokumentationen zu Behandlungsabläufen und auch die Befunde aus dem Labor werden in elektronischen Krankenakten gespeichert und stehen allen an der Behandlung Beteiligten zur Verfügung. Selbst die Pflegedokumentation auf den Stationen ist hier über Tablets digitalisiert. Und auch in einer immer größer werdenden Zahl an Arztpraxen im niedergelassenen Bereich werden die Daten und Abläufe zunehmend häufiger und umfassender elektronisch abgebildet, was in aller Regel auch die Arbeitsabläufe besser strukturiert und die Verfügbarkeit von Informationen erleichtert.

Mit der Einführung der Telematikinfrastruktur und der seitens der Bundesregierung nun vorgegebenen Verpflichtung, sich an diese Infrastruktur mit den entsprechenden Komponenten anzuschließen, soll der nächste und wohl auch entscheidende Schritt umgesetzt werden: die Vernetzung und Etablierung einer einrichtungs- und sektorenübergreifenden Kommunikation. Um das zu erreichen, sind entsprechend des Digitalen-Versorgungs-Gesetzes (DGV) noch wesentliche Aspekte umzusetzen.

Von zentraler Bedeutung ist dabei, dass die Daten, die dann mittels ePA über die etablierten Kommunikationswege zwischen Krankenhaus, Arztpraxis und Patienten ausgetauscht werden, in einem strukturierten und standardisierten Format vorliegen. Denn nur so können die überall etablierten Software-Systeme diese auch integrieren und für den jeweiligen Teil der Behandlung nutzbar machen. In den kommenden Monaten werden diese Arbeiten in Angriff genommen, zunächst wohl für die Inhalte eines elektronischen Impfausweises und Mutterpasses.

In der Laboratoriumsmedizin wurden schon sehr früh IT-Verfahren und digitale Kommunikation in die Arbeitsabläufe eingeführt (wir haben darüber in einer der letzten Ausgaben berichtet). Die Labore leisten aktuell auch sektorenübergreifend viel Arbeit zur Standardisierung und Strukturierung der Labordaten. So entsteht zurzeit in Zusammenarbeit mit anderen Beteiligten ein Katalog zur Standardisierung der Codierung von Laboruntersuchungen, der wiederum für die elektronische Patientenakte nutzbar ist. In diesem Bereich engagiert sich auch das Labor 28.