Liebe Patientinnen und Patienten,

 

vielen Dank für Ihr Interesse an der Labordiagnostik der SARS-CoV-2-Infektion (COVID-19, oft auch verkürzt „Corona-Infektion“ genannt).

Wie Sie sicherlich wissen, wird die akute SARS-CoV-2-Infektion über einen tiefen Nasen- bzw. Rachen­abstrich diagnostiziert. Dabei wird Erbmaterial des Virus, somit der Erreger selbst nachgewiesen. Der direkte Nachweis von Infektionserregern ist generell der sicherste, die eigentliche Laboruntersuchung dauert jedoch verhältnismäßig lange.

Wenn Infektionserreger nicht direkt nachweisbar sind, kann man im Rahmen der Labordiagnostik auch den indirekten Nachweis versuchen. Hierfür untersucht man das Blut auf das Vorhandensein von so­genannten Antikörpern, Eiweißmolekülen, die das Immunsystem gegen den Erreger gebildet hat. Da sich aber manche Infektionserreger sehr ähneln, ist hierbei manchmal unklar, ob die nachgewiesenen Anti­körper von einer Infektion genau mit dem gesuchten Erreger herrühren oder gegen einen nahe ver­wandten Erreger gebildet wurden. Man spricht dann von kreuzreagierenden Antikörpern.

Zum Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper sind mittlerweile viele verschiedene Teste entwickelt worden. Die bislang am schlechtesten definierten Teste sind die sogenannten „Schnellteste“, von deren Anwendung aus diesem Grund alle Fachgesellschaften abraten.

Fast alle Labore führen jetzt aber deutlich besser definierte Laborteste verschiedener Hersteller durch, deren Ergebnisse oft schon am selben Tag vorliegen. Wir im Labor 28 haben in den letzten Wochen anhand gut definierter Blutproben (z.B. von Patienten, die zuvor ein positives Abstrich-Ergebnis hatten) verschiedene Teste miteinander verglichen und uns auf dieser Basis für die Durchführung eines sehr guten Tests entschieden.

Es ist noch immer unklar, ob der Schutz vor einer zweiten SARS-CoV-2-Infektion mit einer in diesen Testen nachweisbaren, bestimmten Antikörperkonzentration korreliert. Daher erlaubt ein positives serologisches Ergebnis beim Verdacht auf eine früher durchgemachte Infektion bislang bei keinem der kommerziell verfügbaren Teste zum Nachweis SARS-CoV-2-spezifischer Antikörper eine Aussage hinsichtlich Schutz oder Nicht-Schutz vor einer erneuten Infektion! Oft sind auch kreuzreagierende Antikörper nicht sicher auszuschließen. Diese Teste sollten daher vor allem bei denjenigen Patienten eingesetzt werden, bei denen trotz Vorliegen eines (ggf. wiederholt) negativen Abstrich-Ergebnisses weiter der Verdacht auf Covid-19 besteht. Falls bei diesen Patienten die erste Blutuntersuchung auf Antikörper negativ ausfallen sollte, ist etwa zwei Wochen später eine Kontrolluntersuchung sinnvoll.

Unabhängig davon, wie das Ergebnis Ihrer Blutuntersuchung ausfallen sollte, empfehlen wir Ihnen sehr, sich auch weiterhin an die Hygieneregeln zu halten!

 

Ihr Labor 28-Team