Update LDL-Cholesterin: Zielwerte 2019 

 

Bereits drei Jahre nach der letzten Revision wurden von den europäischen Gesellschaften für Kardiologie (ESC) und Atherosklerose (EAS) neue Entscheidungsbereiche veröffentlicht.1 Eine Risikostratifizierung anhand eines 10-Jahre Risikos (SCORE – Systematic Coronary Risk Estimation) wird empfohlen für alle asymptomatischen Personen über 40 Jahre ohne kardiovaskuläre Erkrankung (CVD), Diabetes mellitus (DM), chronische Niereninsuffizienz (CKD) oder LDL-Cholesterin (LDL-C) > 190 mg/dl (> 4,9 mmol/l).(1,2), siehe auch Laborinformation 200.

DR. MED. HANS-ULRICH ALTENKIRCH, DR. MED. LARS TEMPLIN

Metaanalysen von > 170 000 Teilnehmern in 26 randomisierten kontrollierten Studien mit verschiedenen Statin-Therapieregimen zeigten, dass bei einer Verringerung von LDL-Cholesterin um 39 mg/dl (1 mmol/l) das kardiale Risiko linear um 22 % sinkt. Zur Risikostratifizierung kardiovaskulärer Erkrankungen ist daher die zuverlässige und präzise Messung des LDL-Cholesterins von besonderer Bedeutung.

In die bisher im Labor 28 verwendete Formel für die Berechnung des LDL-Cholesterins nach Friedewald fließen drei Einzelmessungen ein. Somit kann sich unter Umständen der analytisch bedingte Messfehler dieser drei Bestimmungen addieren. Es besteht die Gefahr, dass das Ergebnis unpräziser als bei einer Direktbestimmung des LDL-Cholesterins ausfällt, insbesondere im unteren Messbereich.

Weitere Limitationen für die Verwendung der Friedewald-Formel ergeben sich aus dem Nüchterngebot des Patienten sowie der Voraussetzung einer Triglyceridkonzentration von < 400 mg/dl.

Aus diesen genannten Gründen wird die Berechnung des LDL-C nach Friedewald im Labor 28 nicht mehr durchgeführt. Wir berichten Ihnen das LDL-Cholesterin ausschließlich als Messwert.

 

 


Literatur

1.) www.eas-society.org (European Atherosclerosis Society, EAS)
2.)  www.heartscore.org; http://www.heartscore.org/de_DE/access-heartscore